Wilde Heidelbeeren sammeln
Drei Kiefernwälder zwischen Köpenick und dem Hohen Fläming, alle mit der Bahn erreichbar.
Was dich erwartet
Wilde Heidelbeeren wachsen in Brandenburgs Kiefernwäldern als Bodenschicht — kniehohe Sträucher mit kleinen, dunkelblauen Beeren. Hochsaison Mitte Juli bis Mitte August. Drei Spots zwischen Berlin-Köpenick und dem Hohen Fläming, alle mit Bahn erreichbar.
Warum wir dieses Erlebnis ausgewählt haben
Wir nennen drei Wälder, in denen Heidelbeeren wachsen (Berliner Umweltatlas, Naturpark Hoher Fläming, Naturpark Stechlin-Ruppiner Land). Konkrete Bestände wechseln Jahr zu Jahr — also Suchen statt Ernten.
Das Erlebnis
Anreise mit der Bahn, dann Wald. Die Sträucher stehen knöchel- bis kniehoch zwischen Kiefern, die Beeren sind klein und einzeln zu pflücken. Zwei Stunden bringen 200 bis 400 Gramm, viel weniger als auf einer Plantage, dafür mit kräftigerem Aroma. Verschließbares Glas mitnehmen, im Korb werden die Beeren matschig. Wilde Heidelbeeren erkennst du am durchgehend blauen Fruchtfleisch. Sammeln ist für den Eigenbedarf erlaubt nach § 39 BNatSchG, Naturschutzgebiete sind ausgeschildert und tabu.
Für wen
Auf einen Blick
Saison & Wetter
Beste Bedingungen: bewölkter Vormittag oder früher Abend. Mittagshitze ist im offenen Kiefernwald anstrengend. Nach langer Trockenheit reifen Beeren früher und kleiner.
Wo du das erleben kannst
3 Orte für „Wilde Heidelbeeren sammeln“
Der südöstliche Berliner Stadtwald, vom Berliner Umweltatlas als Beerkraut-Kiefernwald geführt. Saurer Sandboden unter lichter Kiefer ergibt die typische Bodenschicht für wilde Heidelbeeren. Mit S-Bahn und Bus 169 in gut einer Stunde ab Berlin Hbf, im Tarifbereich AB.
Selbstgeführtes Erlebnis
S3 ab Berlin Hbf bis Köpenick, dann Bus 169 bis Müggelheim, Odernheimer Straße, gesamt rund 55 Minuten. Der 169er fährt nur ab S Köpenick, ab Friedrichshagen wäre ein Umstieg nötig. Der Müggelheimer Forst ist im Berliner Umweltatlas als Beerkraut-Kiefernwald geführt, also klassisches Heidelbeer-Habitat: Vaccinium myrtillus wächst in der Bodenschicht zwischen den Kiefern. Die konkreten Bestände wechseln jährlich, deshalb in lichten Bereichen und an Wegrändern suchen statt im dichten Schatten. Wichtig ist hier die Abgrenzung: Die Krumme Laake und die Pelzlaake gehören zum Naturschutzgebiet Müggelspreeniederung Köpenick, dort ist das Sammeln untersagt und die Grenzen sind ausgeschildert. Für Berlin gilt § 13 LWaldG.
Bushaltestelle Müggelheim, Odernheimer Straße — Endhaltestelle des Busses 169, von dort zehn bis zwanzig Minuten in den Forst südlich des Müggelsees
Im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land, am Wutzsee bei Lindow. Der Naturpark führt die Kiefer als bestimmende Baumart: saurer Sandboden, lichte Wälder, das klassische Habitat für wilde Heidelbeeren. Anreise mit RE5 und RB54 über Löwenberg (Mark).
Selbstgeführtes Erlebnis
RE5 ab Berlin Hbf bis Löwenberg (Mark), dort umsteigen in die RB54 Richtung Rheinsberg bis Lindow (Mark), bei passendem Anschluss rund 1:20. Vom Bahnhof etwa 15 Minuten zu Fuß durch den Ort zum Wutzsee und zur Süßen Ecke, einem Wandereinstieg am Ufer, von dem die Forstwege rund um den See abgehen. Der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land führt die Kiefer als bestimmende Baumart, das ist der klassische Standort von Vaccinium myrtillus auf saurem Sandboden. Anders als an den beiden anderen Orten sind die Bestände hier nicht kartiert, das Suchen gehört also stärker dazu. Ein Naturschutzgebiet gibt es im Wutzsee-Bereich nicht. Der kritische Punkt ist der Fahrplan: Die RB54 fährt überwiegend alle zwei Stunden und hat mittags eine Lücke von drei Stunden, deshalb gehört die Rückfahrt vor die Hinfahrt.
Süße Ecke Lindow, Wutzsee-Einstieg — Von hier gehen die Forstwege rund um den See ab, in die Bestände noch einmal rund 15 Minuten
Im Hohen Fläming, rund um Schloss Wiesenburg, ein lichter Kiefernwald, in dem sich laut Naturpark je nach Jahreszeit Blaubeeren sammeln lassen. Der Bahnhof Wiesenburg liegt am Waldrand.
Selbstgeführtes Erlebnis
Vom Bahnhof Wiesenburg/Mark beginnt schon nach wenigen Hundert Metern Kiefernwald, in dem sich suchen lässt. Die Wälder, in denen der Naturpark Hoher Fläming das Sammeln beschreibt, liegen südlich vom Schloss Wiesenburg und damit im selben Sektor wie der Bahnhof, etwa eine halbe Stunde zu Fuß oder zehn Minuten mit dem Rad. Von dort den Forstwegen Richtung Medewitz folgen. Die Sträucher stehen knöchel- bis kniehoch zwischen den Kiefern, oft als geschlossene Bodendecke. Lichte Stellen und Wegränder tragen mehr als der dichte Bestand. Wer das Rad mitnimmt, kommt hier am weitesten, das Gelände ist flach bis leicht wellig. Für Brandenburg gilt § 15 Abs. 7 LWaldG, die Entnahme muss pfleglich erfolgen.
Wald rund um Schloss Wiesenburg — Naturpark-Beleg: naturparkhoherflaeming.de/wandern-rund-um-schloss-wiesenburg
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Hochsaison ist Mitte Juli bis Mitte August. Erste Beeren reifen ab Ende Juni, vereinzelt halten sich Bestände bis Anfang September. Nach langer Trockenheit reifen die Beeren früher und bleiben kleiner.
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Ja, für den Eigenbedarf. § 39 Bundesnaturschutzgesetz erlaubt das Sammeln in geringen Mengen für den persönlichen Bedarf, in Brandenburg zusätzlich § 15 Absatz 7 des Landeswaldgesetzes, in Berlin § 13. Eine Kilogramm-Grenze nennt keines dieser Gesetze, sie sprechen von geringer Menge. Die Entnahme muss pfleglich erfolgen: keine Beerenkämme, keine Sträucher ausreißen. In Naturschutzgebieten ist das Sammeln verboten, die Grenzen sind vor Ort ausgeschildert.
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An knöchel- bis kniehohen Sträuchern mit eiförmigen, hellgrünen Blättern und kleinen blauschwarzen Beeren, meist als Bodendecker im Kiefernwald. Das sicherste Merkmal steckt in der Beere: Wilde Heidelbeeren sind innen durchgehend blau und färben Finger und Zunge. Kulturheidelbeeren aus dem Supermarkt haben helles Fruchtfleisch.
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Mit der Rauschbeere (Vaccinium uliginosum). Sie sieht außen ähnlich blau aus, wird mit 6 bis 8 Millimetern etwas größer und hat helles Fruchtfleisch. Rauschbeeren stehen auf feuchtem Moorboden, nicht im trockenen Kiefernwald. Ihr Ruf, benommen zu machen, gilt in der Fachliteratur inzwischen als Missverständnis: In den Beeren wurden keine giftigen Substanzen gefunden, die überlieferten Beschwerden werden auf Pilzbefall der Früchte oder auf Gärung zurückgeführt. Der Blick ins aufgeschnittene Fruchtfleisch klärt die Artfrage trotzdem zuverlässig.
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Das Robert Koch-Institut nennt als Infektionsweg kontaminierte Hände nach direktem Kontakt mit dem Fell von Fuchs, Hund oder Katze oder nach Umgang mit kontaminierter Erde. Ob Waldbeeren, Pilze oder Wasser den Erreger übertragen, bezeichnet das RKI ausdrücklich als „nicht geklärt“. Wichtig ist der Unterschied zwischen Abspülen und Abtöten: Kurzes Aufkochen überleben die Eier nicht, Einfrieren im Haushalt tötet sie nicht ab, dafür wären minus 80 Grad über mehrere Tage nötig. Praktisch heißt das: Hände gründlich waschen ist wichtiger als die Beeren zu waschen. Wer ganz sichergehen will, verarbeitet sie zu Kompott oder Marmelade.
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Beim Pflücken ist man dauerhaft in Bodennähe unterwegs, deshalb gehören lange Hose und ein abendlicher Blick auf Kniekehlen, Leisten und Haaransatz dazu. Zur Entwarnung: Keiner der drei Wälder liegt in einem FSME-Risikogebiet. Das RKI weist für Brandenburg fünf von 18 Kreisen aus, alle im Südosten des Landes, und für Berlin keinen einzigen. Borreliose kommt davon unabhängig überall vor.
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Mit Geduld 200 bis 400 Gramm in zwei Stunden. Wilde Heidelbeeren sind deutlich kleiner als Kultursorten, der Aufwand pro Liter ist entsprechend höher. Wer nach zwei Stunden einen halben Liter im Glas hat, war fleißig. Dafür ist das Aroma kräftiger.
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Ein verschließbares Glas oder eine feste Dose, weil die Beeren im Korb und in der Tüte zerdrücken. Dazu mindestens anderthalb Liter Wasser, einen Sonnenhut für die lichten Kiefernwälder und eine lange Hose gegen Zecken. Vor der Abfahrt lohnt ein Blick auf die Waldbrandgefahrenstufe des Landkreises: Ab Stufe 4 kann die untere Forstbehörde einzelne Wälder für das Betreten sperren.