Holzbrücke über ein vereistes Fließ im Spreewald bei Lübbenau im Winterlicht
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Guide

Wald- und Naturmärkte im Advent.

Vier Adventsmärkte, bei denen Fließ, Wald, Hof oder See die Kulisse stellen. Jeweils mit einem Weg davor und der Anreise ohne Auto ab Berlin.

Glühwein gibt es auf allen vier Märkten. Was sie unterscheidet, ist der Weg dorthin. Einer liegt an den Fließen des Spreewalds, einer in einem Waldgarten, einer auf einem Hof und einer zwischen vier Seen. Vor jedem lohnt sich ein Weg durch die Landschaft, und alle vier erreichst du ohne Auto.

  • Spreewaldweihnacht in Lübbenau und Lehde: 28. und 29. November, 5. und 6. Dezember
  • Gutshof Missen bei Vetschau: 5. und 6. Dezember, 12. und 13. Dezember
  • Waldweihnacht in Eberswalde: 12. und 13. Dezember
  • Weihnachtsmarkt Himmelpfort: an allen vier Adventswochenenden, ab 28. November

Lübbenau und Lehde: zwei Orte, ein Kahn.

Am Großen Spreewaldhafen in Lübbenau ist Hafenweihnacht, der Eintritt ist frei. Im Freilandmuseum Lehde stehen die Stände zwischen historischen Höfen, es gibt einen Handwerkermarkt, und das Bescherkind kommt vorbei, eine Figur aus dem sorbischen Weihnachtsbrauch. Beide Märkte haben von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Zwischen den Märkten fährt der Kahn, mit Wolldecken. Dafür gibt es ein Kombiticket für Kahn und Museum, das Kontingent ist begrenzt. Ab dem 1. November kommen weitere Karten in den Verkauf. Die Hinfahrt startet zwischen 10:30 und 12:30 Uhr oder zwischen 13 und 15 Uhr, die letzte Rückfahrt um 17 Uhr am Gasthaus „Zum Fröhlichen Hecht“ in Lehde.

Ohne Kombiticket gehst du zu Fuß und zahlst nur den Museumseintritt. Vom Bahnhof Lübbenau sind es 3,1 Kilometer bis zum Freilandmuseum, über den Marktplatz, durch den Schlossbezirk und auf dem Lehd’schen Weg, gut eine halbe Stunde. Wer vorher länger laufen will, nimmt den Wotschofska-Weg. Er wurde 1911 als erster Wanderweg der Gegend angelegt und führt gut drei Kilometer von Lübbenau zum Gasthaus Wotschofska. Im Advent hat es freitags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Von dort sind es knapp fünf Kilometer bis Lehde.

Mit dem Regionalexpress bist du ab Berlin Hauptbahnhof in gut einer Stunde in Lübbenau, zurück fahren am Abend zwei bis drei Züge pro Stunde. Vom Bahnhof zum Hafen sind es 1,3 Kilometer. Wer nicht laufen mag, nimmt für 3,50 € die Spreewald-Molly, nur bar.

Im Sommer teilst du dir die Fließe hier mit Kähnen, Kanus und Ausflüglern, so steht es im Spreewald-Guide fürs Paddeln. Reizarm ist Lübbenau an den Marktwochenenden auch nicht. Für die stillen Fließe nördlich der Stadt, die bei den reizarmen Orten stehen, nimm dir ein anderes Wochenende.

Eberswalde: Waldweihnacht im Forstbotanischen Garten.

Am 12. und 13. Dezember ist im Forstbotanischen Garten Waldweihnacht, mit Fabelwesen, Theater und Lagerfeuer, jeweils von 14 bis 20 Uhr. Der Platz ist begrenzt. Ist der Garten voll, bleibt das Tor zu. Wer früh am Nachmittag kommt, steht nicht davor.

Davor lohnt der Kleine Stadtrundweg, markiert mit grünem Punkt. Die ganze Runde misst neun Kilometer. Sie beginnt am Marktplatz und führt über den Drachenkopf und den Wunderkreis in den Stadtwald, am Waldcampus der Hochschule vorbei ins Tal der Schwärze bis zur Zainhammer Mühle direkt am Forstbotanischen Garten. Am Garten biegst du ab, den Rest am Finowkanal hebst du dir für ein anderes Mal auf. Folgst du der Schwärze weiter aufwärts, kommst du ins Naturschutzgebiet Nonnenfließ-Schwärzetal, es gehört zum Naturpark Barnim.

Verschneiter Waldweg mit Wegweisern im Naturschutzgebiet Nonnenfließ-Schwärzetal bei Eberswalde im Januar

Der RE3 braucht ab Berlin Hauptbahnhof 40 Minuten bis Eberswalde. Vom Bahnhof Eberswalde sind es 2,3 Kilometer zu Fuß bis zum Garten, oder du nimmst den Bus 865 bis zur Haltestelle Krankenhaus. Wer unterwegs auf die Stämme schaut, findet bei den Winterpilzen, was im Frost am Holz wächst und welche Art du als Einsteiger stehen lässt. Und wer weiter in die Schorfheide will: Die Wolf-Spurensuche gibt es auch in Groß Schönebeck, im Winter hat sie ihre beste Zeit.

Gutshof Missen: mit dem Rad zum Markt.

Der Hof von Erdbeerland Missen bei Vetschau öffnet am zweiten und dritten Adventswochenende, also am 5. und 6. sowie am 12. und 13. Dezember. Es gibt eine Bastelstube und eine Holzwerkstatt, eine Strohburg und Ponyreiten, selbstgemachte Dekoration, ein Lagerfeuer und Weihnachtsbäume zum Mitnehmen.

Am Wochenende fährt kein Bus nach Missen, die Linien 605 und 609 fahren nur montags bis freitags. Der RE2 braucht ab Ostkreuz gut eine Stunde bis Vetschau, das Fahrrad fährt mit. Vom Bahnhof sind es knapp acht Kilometer bis zum Hof, mit dem Rad rund 25 Minuten.

Der Weg davor ist hier eine Radrunde. Der Gräbendorfer See ist ein gefluteter Tagebau, ein asphaltierter Weg führt rund neun Kilometer um ihn herum. Vom Bahnhof Vetschau sind es knapp zehn Kilometer bis Laasow am Westufer, nach der Runde gut drei Kilometer bis Missen und vom Hof knapp acht zurück zum Bahnhof. Zusammen sind das rund 30 Kilometer, gut 20 davon vor dem Markt. Kurz vor vier geht die Sonne unter, für den Rückweg gehört Licht ans Rad.

Himmelpfort: erst die Seen, dann der Markt.

Der Rundwanderweg um Moderfitzsee und Haussee ist acht Kilometer lang, du brauchst rund anderthalb Stunden. Er ist mit grünem und gelbem Punkt markiert, beginnt am Parkplatz Zur Hasenheide und führt über die Strohbrücke nach Pian, am Badestrand vorbei und über die Woblitzbrücke durch den Wald zurück nach Himmelpfort, vorbei an der Klosterruine.

Der Moderfitzsee bei Himmelpfort im Januar, Schilf und Äste am Ufer, dahinter Wald

Danach kommt der Markt. Er steht an allen vier Adventswochenenden auf der Klosterwiese am Weihnachtshaus, samstags ab 11 und sonntags ab 10 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Spende ist erbeten. Himmelpfort hat außerdem eines der sieben Weihnachtspostämter der Deutschen Post, hier werden Kinderbriefe an den Weihnachtsmann beantwortet.

Der RE5 fährt in einer Stunde von Berlin Hauptbahnhof nach Fürstenberg an der Havel. Dort fährt am Wochenende alle zwei Stunden der Bus 517, von 9:05 bis 17:05 Uhr. Nach elf Minuten hält er an der Haltestelle Zur Hasenheide, wo der Rundweg beginnt. Der letzte Bus zurück fährt um 16:49 Uhr. Mit dem Rad sind es vom Bahnhof sieben Kilometer.

Vor dem Losgehen.

Im Dezember geht die Sonne in Berlin kurz vor vier unter, gegen halb fünf ist es dunkel. Die Wege gehören deshalb in den Vormittag, die Märkte in den Nachmittag. Wer den Wald auch im Dunkeln mag, findet bei der Nachtwanderung im Spreewald und in der Schorfheide mehr davon.

Am 13. Dezember wechselt der Fahrplan. Für das dritte und vierte Adventswochenende prüfst du Busse und Züge deshalb vorher noch einmal. Fürs Rad im Regionalzug brauchst du eine Fahrradkarte, und wenn der Zug voll ist, haben Rollstühle und Kinderwagen Vorrang.

Weitere Ziele ohne Auto findest du unter Brandenburg mit der Bahn, mehr für die kalten Monate auf der Seite Winter in Berlin und Brandenburg. Im Januar sind die Märkte abgebaut, die Wege bleiben. Dazu passt das Waldbaden.

Häufige Fragen