Die besten Seen zum Schwimmen in Brandenburg — abseits der Massen
Ruhige Seen gibt es noch. Man muss nur bereit sein, zehn Minuten länger zu laufen.
Badeseen in Brandenburg — die ehrliche Auswahl
Jeden Sommer dieselbe Suche: Badeseen Brandenburg geheim. Jedes Jahr dieselbe Enttäuschung: Die Seen, die im Internet als Geheimtipp stehen, sind es nicht mehr. Das Paradox des veröffentlichten Geheimtipps.
Dieser Artikel macht es anders. Wir nennen keine GPS-Koordinaten. Wir nennen Richtungen. Wer die ruhigen Seen Berlin-Brandenburgs finden will, muss den letzten Kilometer selbst gehen. Das ist keine Schikane — es ist Naturschutz.
Was einen guten See ausmacht
Nicht die Wasserqualität allein — die ist in Brandenburg fast überall gut. Sondern der Zugang. Die besten Badeseen sind die, zu denen es keinen Parkplatz gibt. Kein Schild. Keine Treppe ins Wasser. Nur einen Pfad durch den Wald und dann: Wasser.
Das filtert. Wer bereit ist, zehn Minuten durch Wald zu laufen, findet einen See, den er für sich hat. Wer einen Parkplatz braucht, teilt sich den Strand mit hundert anderen.
Die Richtungen
Norden: Uckermark
Die Uckermark hat mehr Seen als Einwohner pro Quadratkilometer. Das ist keine Übertreibung. Viele dieser Seen sind nicht erschlossen — kein Steg, keine Badewiese, manchmal nicht einmal ein Weg. Die Klarwasserseen um Templin und Lychen gehören zu den saubersten in Deutschland. Das Wasser ist so klar, dass man den Grund in drei Metern Tiefe sieht.
Tipp: RE3 bis Templin, dann Fahrrad. Die Seen liegen oft nur wenige Kilometer von der Straße entfernt, aber diese Kilometer machen den Unterschied.
Osten: Märkische Schweiz
Die Märkische Schweiz ist das hügeligste Stück Brandenburg. Die Seen hier liegen in Senken, umgeben von Buchen, geschützt vor Wind. Der Schermützelsee bei Buckow ist bekannt — aber wer zwei Kilometer weiter geht, findet kleinere Seen, die keinen Namen auf Google Maps haben.
Tipp: S3 bis Erkner, dann RE1 bis Buckow oder Bus. Von dort zu Fuß.
Süden: Fläming
Der Fläming wird unterschätzt. Die kleinen Waldseen südlich von Jüterbog sind im Sommer warm, klar und leer. Manche sind so klein, dass fünf Schwimmer sie füllen. Perfekt für Menschen, die keine Gesellschaft suchen.
Tipp: RE3 oder RE7 Richtung Jüterbog, dann Rad.
Westen: Havelland
Die Havel selbst ist kein Geheimtipp — aber die Altarme und Nebenseen sind es. Westlich von Brandenburg an der Havel gibt es Stellen, an denen man direkt vom Ufer ins Wasser gleiten kann, ohne dass jemand zusieht. Seerosen, Schilf, Libellen. Postkarte, aber in echt.
Tipp: RE1 bis Brandenburg an der Havel, dann Rad Richtung Westen.
Wann schwimmen
Die Wassertemperatur in Brandenburger Seen erreicht ab Mitte Juni schwimmbare Temperaturen — zwischen achtzehn und zweiundzwanzig Grad. Der Höhepunkt liegt im Juli und August, wenn die flacheren Seen bis zu fünfundzwanzig Grad erreichen.
Die beste Zeit ist nicht der heißeste Tag — dann sind auch die versteckten Seen voll. Sondern der Tag danach, wenn alle erschöpft zu Hause bleiben. Oder ein Morgen unter der Woche, wenn das Wasser noch glatt ist und die Sonne flach steht.
Wild Swimming — was erlaubt ist
In Brandenburg ist das Baden in natürlichen Gewässern grundsätzlich erlaubt, solange es keine expliziten Verbote gibt. In Naturschutzgebieten gelten Einschränkungen — Schilfzonen nicht betreten, keine Seife, keinen Müll hinterlassen. Das sind keine bürokratischen Auflagen. Das sind Bedingungen dafür, dass der See nächstes Jahr noch so aussieht.
Was man mitbringt
Ein Handtuch. Etwas zu trinken. Einen Beutel für den eigenen Müll. Keine Bluetooth-Box. Keine aufblasbaren Flamingos. Keinen Grill.
Das klingt streng. Ist es auch. Aber die Stille an einem Brandenburger See um sieben Uhr morgens, wenn Nebel über dem Wasser liegt und ein Fischreiher am Ufer steht — die verdient es, geschützt zu werden.
Vor sich selbst, meistens.